24.10.2020 +++Infodienst / Technik+++

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Indienststellung des neuen
„Service- und Hygienezentrum“

Das neue „Service- und Hygienezentrum“ der Feuerwehr Offenburg ist mit das modernste und durchdachteste Konzept, das es derzeit auf dem Markt gibt. Möglich wurde es allein durch die enge Kooperation der Feuerwehr Offenburg mit dem Weltmarktführer Meiko, dem Spezialisten für gewerbliche Spülmaschinen- und Reinigungs- und Desinfektionstechnik. Kommandant Peter Schwinn erarbeitete auf Basis seiner mehr als 40-jährigen Einsatzerfahrung gemeinsam mit Marijan N. Simundic, Leiter MEIKO Segmentmanagement Medizintechnik und Persönliche Schutzausrüstung und seinem Team das innovative Planungskonzept für das „Service- und Hygienezentrum“. Die Ingenieure von Meiko tüftelten an der technischen Umsetzung und entwickelten eigens neue und spezialisierte Reinigungs- und Desinfektionsanlagen für den Bereich Feuerwehr. Das Projekt, unter der Projektleitung von Jens Jacobsen, MEIKO Vertriebsleiter Persönliche Schutzausrüstung Deutschland findet aktuell bundes- und weltweit große Beachtung. Zum Pressetermin hat sich der langjährige Präsident des THW, Albrecht Broemme, einer der führenden Katastrophenschützer Deutschlands, angesagt.


„Es ist ein Vorzeigeprojekt, auf das alle Beteiligten und auch die Stadt stolz sein können“, sagt Oberbürgermeister Marco Steffens. Durch die beispielhafte Kooperation einer Kommune und eines Unternehmens sei etwas Außergewöhnliches entstanden – ein gänzlich neues Konzept, das Abläufe vereinfache wie nie zuvor. „Und das Wichtigste“, so Steffens: „Es wird optimal für die Gesundheit unserer Feuerwehrleute gesorgt.“

Das Leben hängt von einer funktionierenden Schutzkleidung ab

In der Ortenau profitieren von dem neuen „Service- und Hygienezentrum“ 31 kommunale- und drei Werkfeuerwehren, die seit vielen Jahren über einen „Schlauchpool“ und seit vier Jahren über einen „Atemschutzgerätepool“ an die Feuerwehr Offenburg angedockt sind. Das Leben der Feuerwehreinsatzkräfte hängt ab von einer gut funktionierenden Schutzausrüstung. Gerade dann, wenn sie unter Atemschutz in brennende Gebäude zur Menschenrettung vorgehen. Die Schutz-kleidung muss dem Feuer standhalten, Atemschutzmasken müssen einwandfrei ihren technischen und hygienischen Anforderungen entsprechen. Platzt nur ein Löschschlauch während sich ein Rettungstrupp im brennenden Gebäude befindet, kann auch das lebensbedrohende Auswirkungen haben. Deshalb müssen die Schläuche regelmäßig gereinigt und geprüft werden.

Nach größeren Einsätzen oder Brandereignissen werden die kontaminierte Kleidung, gebrauchte Atemschutzgeräte sowie verschmutzte Schläuche der an den Pools beteiligten Feuerwehren direkt an der Einsatzstelle eingesammelt und in voneinander getrennten Containern nach Offenburg gebracht. Dort werden sie in den drei unterschiedlichen Bereichen des „Service- und Hygienezentrums“ gründlich gereinigt.

Gerade Atemschutzmasken sind nach einem Einsatz von außen oftmals mit stark gesundheitsbedrohenden giftigen Stoffen wie etwa Dioxinen und Asbestfasern verseucht. Der Lungenautomat im Inneren der Maske wird von Bakterien und möglichen Krankheitserregern der Atemschutzträger verunreinigt. Hygiene ist in diesem Bereich für Feuerwehrenüberlebensnotwendig, denn ein Virus, dazu muss nicht einmal Corona im Umlauf sein, kann eine ganze Feuerwehr außer Gefecht setzen.

Moderne Hygienestandards schützen die Gesundheit der Feuerwehrkräfte

Im neuen „Service- und Hygienezentrum“ werden die verschmutzten Masken in einem sogenannten Schwarzbereich (Schmutzbereich) auseinander montiert und in einer bisher einzigartigen Meiko-Reinigungsmaschine von außen gereinigt. Anschließend erst erfolgt die Innenreinigung der Lungenautomaten in einer zweiten Reinigungs- und Desinfektions-Maschine von Meiko. Frisch und sauber gelangen die Einzelteile durch eine Durchreiche in den sogenannten Weißbereich (Hygienebereich). Eine spezielle Lüftungsanlage reinigt permanent die in den Räumen befindliche Luft. Mit einem Handgriff werden alle Einzelteile in einen Trockenschrank geschoben. Ein stückweises Anfassen und Umlagern der einzelnen Masken und Kleinteile ist damit Vergangenheit. Im sauberen Bereich der Werkstatt werden die Atemschutzmasken wieder zusammengebaut und geprüft. Die Feuerwehr Offenburg unterhält insgesamt 656 Atemschutzgeräte, 1018 Lungenautomaten und 1007 Vollmasken. Davon sind 183 Geräte, 315 Lungenautomaten und 436 Vollmasken im Atemschutzgerätepool der Feuerwehr Offenburg. Allein im vergangenen Jahr wurden 1372 Atemschutzgeräte, 2563 Lungenautomaten und 3393 Vollmasken geprüft.

Nach 22 Jahren musste die alte Werkstatt dringend erneuert werden. Das moderne und ergonomisch von vorn bis hinten durchdachte Service- und Hygienezentrum entspricht nun den Regeln des Gesundheits- und Arbeitsschutzes sowie der aktuell geltenden Hygienestandards.

Feuerwehrkommandant Peter Schwinn und sein Team waren bereits seit den Jahren 2017/18 befasst das „Hygienekonzepts an Einsatzstellen“ für die Feuerwehr Offenburg zu überarbeiten. Grundsätzlich entsprach vor allem die Atemschutzwerkstatt und die Reinigung kontaminierter Schutzausrüstung bei weitem nicht mehr den Regeln des Arbeitsschutzes und der Hygienestandards. Meiko zählt in der Feuerwehrwelt als der Marktführer im Bereich Reinigungs- und Desinfektionsmaschinen mit der entsprechenden Expertise´ in der Planung von funktionellen Atemschutzwerkstätten und war daher erster Ansprechpartner für Schwinn.

„Hier haben sich zwei Partner zum richtigen Zeitpunkt getroffen“

„Das ist für uns ein Leuchtturmprojekt!“, sagte Dr. Ing. Stefan Scheringer, Geschäftsführer der Meiko Maschinenbau GmbH & Co. KG im Mai 2019 bei einer der ersten Besprechungen zur neuen Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Offenburg mit Oberbürgermeister Marco Steffens und Feuerwehrkommandant Peter Schwinn.

2019 hatte der Haupt- und Bauausschuss der Stadt Offenburg der Erneuerung der Zentralen Atemschutzwerksatt der Feuerwehr in Kooperation mit der Firma Meiko zugestimmt.